Strassenverkehr auf norwegisch

Während Maik jeden Abend fleißig seine Eindrücke ins IPad tippt, bin ich meist zu erschöpft gewesen um auch meine Sicht der Dinge zu schildern. 4 Tage sind wir jetzt in Norwegen und die erste Erkenntnis die ich sammeln durfte ist, dass ich die Streckenplanung komplett unterschätzt habe.

Im Grunde bin ich sehr erfahren was längere Strecken angeht. Sei es mein Horrortrip über Nacht von London nach Hannover und zurück, oder die 6000 km durch Neuseeland. So laßen sich die 2500 km von Deutschland zu den Lofoten erst einmal ziemlich trocken und unbeeindruckt. Dann belehrten mich aber viele kleinere Umstände, die in der Summe das durchqueren Norwegens schwierig gestalten, eines Besseren.

Es fängt schon damit an das in Deutschland Strecken von Beispielsweise Magdeburg nach München (600km) dank hervorragend ausgebauter Autobahnen Nachts bei freier Spur gern mal in 5h gefahren werden. Hier gibt es nur Landstraßen… Und diese sind teilweise auch noch auf 70 km/h beschränkt.. Hinzu kommt ein ständiges Auf und ab, links und rechts, schlecht beleuchteter Tunnel hier, schmale Brücke da, Wetterverhältnisse jenseits von Gut&Böse, weil regelrechte Schneestürme wüten… Ein Wohnmobil, das sich nicht unbedingt agil&grazil bewegt sondern sich träge um die Kurven schleppt, Scheibenwischer die bei der ohnehin schon schlechten Sicht den Durchblick eher verschleiern, als das sie ihn klarer werden lassen und Scheinwerfer die nichtmal bis zum Nummernschild des voraus fahrenden Autos reichen.. Dann immer wieder diese Schilder… Verkehrsschilder die aus mehrzeiligen Sätzen bestehen… Unverständlich, weil keine englische Übersetzung darauf zu erkennen ist. Auf den Punkt gebracht hieß das, dass wir morgens bei Sonnenaufgang um 7.30 Uhr losfuhren, und das Wohnmobil bis zum eintreten der Dunkelheit gegen 18 Uhr kaum stillstand… Das alles bei voller Konzentration, da viele der norwegischen Kraftfahrer den Großteil der Straßenbreite für sich beanspruchen. Ein Trip der viel Nerven und Kraft gekostet hat und Grund dafür war, dass ich in den meisten Fällen um 19 Uhr bei der Symphonie von Maiks eintönigem Klackern auf der IPad Tastatur eingeschlafen bin.