Liebes Tagebuch…

Vor uns erheben sich massive Felsen die majestätisch 1000m in die Höhe ragen. Ihre schneebedeckten Kuppen tauchen in den tiefblauen Himmel ein… Davor bilden die idyllisch gelegenen Fischerhütten ein Spiegelbild im glasklaren Meerwasser… Es ist ruhig.. Kaum ein Mensch weit und breit… Nur ein paar vereinzelte Vögel machen mit krächzenden Geräuschen auf sich aufmerksam. Am Ziel unserer Reise angekommen, kommt einem das Ende der Welt, hier nördlich des Polarkreises, wie eine Kulisse vor die man sonst nur von den Motiven auf Ravensburger Puzzle kennt. Diese Stille die vor allen Dingen beruhigend aufs eigene Gemüt wirkt, wird nur noch von der Tatsache übertroffen, das alles so echt duftet… Es mag seltsam klingen aber es fühlt sich regelrecht ungewohnt an, welche Gerüche man alles wahrnimmt. Mein Alltag der sonst davon geprägt ist den Duft meiner Wohnung wahrzunehmen, dem meines eigenen Parfüms, der HautCreme meiner Freundin oder den Leder bezogenen Amaturen meines Autos, wird plötzlich mit Gerüchen konfrontiert die frei von künstlichen Chemikalien oder Duftstoffen sind. Ich rieche das Wasser… Die Luft… Es kommt mir vor als könnte ich die Berge vor mir riechen… Aber vielleicht bin ich, der in einer Großstadt aufgewachsen ist, einfach nur damit überfordert in der Natur zu sein, denn viel weiter kann Industrie und die zerstörende Kraft des Menschen nicht entfernt liegen, als es dieser Platz vermuten lässt. Ein Fleck Erde an dem der Mensch mal nicht das Sagen hat. Hier gibt noch die Natur den Ton an und gewährt dir an auserwählten Plätzen die Möglichkeit daran teil zu haben. Es ist ein beeindruckendes Gefühl diesem Ganzen ausgesetzt zu sein und oft Frage ich mich, ob nicht jeder Mensch sich einmal so schwerelos fühlen sollte… Menschen die sich sonst in die gut organisierten Hände eines Reiseanbieters mit dickem, buntem Katalog fallen lassen… Die ihren komplett durchstrukturierten Pauschalurlaub in einer künstlich konstruierten Umgebung als angemessenes Erholungsziel ansehen und deren Abwechslung darin besteht mal einen Tag am Pool oder direkt auf der Liege an der Minibar zu verbringen, natürlich mit dem geforderten All inklusive PLUS Paket.

Andererseits ist es nicht meine Aufgabe für die Alltagsgestaltung anderer mitzudenken… Jeder muss selber wissen was Farbe und Impulse in sein Leben bringt und wie er es sich möglichst abwechslungsreich gestaltet. Für mich sind es diese Abenteuer die am Ende meiner Tage ein Garant dafür waren, meine Zeit nicht in den Topf der Belanglosigkeiten einer Gesellschaft geworfen zu haben, die sich mit Dingen zufrieden gibt die für mich nicht den geringsten Maßstab bildet. Und so empfinde ich stolz, das ich die Mühen, und vor allem diesen langen Weg auf mich genommen habe um gemeinsam mit meinem Freund Maik wieder ein Juwel der Erde entdeckt zu haben… An dem wir standen… An dem wir einen kleinen Moment unserer Lebenszeit opferten um ein großes Stück an Erfahrung zu gewinnen. Hier vor dieser beeindruckenden Kulisse… An einem gewöhnlichen Tag für alle anderen, außer für uns.